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Deutsch

Laurien Bachmann und Sebastian Six

"Persistent Disturbance"

Kurzfilm

Teil des 1. Kurzfilmprogramms am Freitag, 05.02., 20 Uhr

Die Video-Performance »Persistent Disturbance« visualisiert eine dreimonatige Reiseroute im Frühjahr 2019 durch Südamerika auf absurde Weise. An jeder Stelle, an der die beiden Künstler:innen innehielten, entstand eine kurze Klangperformance. Der Performer rennt unermüdlich mit einem Horn hupend durch die verschiedenen Landschaften der Anden. Durch diese Erfahrung werden nicht nur die verschiedenen Orte gezeigt, sondern es entsteht gleichzeitig eine akustische Abtastung der jeweiligen Orte.

„Eine Tour durch die Anden als surreal verdichtete Filmperformance: Laurien Bachmann und Sebastian Six drehen an Orten ihrer dreimonatigen Reise durch Südamerika je eine statische Einstellung eines durch das Bild rennenden Mannes, der insistierend eine Handtröte zum Klingen bringt. Ob am einsamen Fuß eines Berges, in einem Dorf der indigenen Bevölkerung, in der Wüste oder im Park – immer kommt es zu einer massiven Störung der Landschaft und des Lebens. Zeitgleich ziehen der andauernde Lauf und das (fast) ununterbrochene Geräusch der Tröte die verschiedenen Orte wie eine Perlenkette hintereinander auf. Persistent Disturbance ist einerseits eine kleine, aber raumgreifende, formal konsequent und irgendwie auch witzige Performance mit Blick auf die Absurditäten des Kunstbetriebs, kann anderseits aber auch als Kommentar auf das eigene Reisevorhaben wie auch auf das Bildersammeln als kolonialistische Praxis gelesen werden: Wo immer der weiße Mann eine Landschaft durchquert, wird man wissen, dass er da ist.“(Katalog Diagonale’20, Alejandro Bachmann)

Künstler:innen

Laurien Bachmann *1992 in Gmünd/Kärnten und Sebastian Six *1980 in Vöcklabruck sind bildende Künstler:innen und leben und arbeiten derzeit in Linz. In ihren gemeinsamen Arbeiten beschäftigen sie sich häufig mit unterschiedlichen Topografien und akustischen Räumen. 

www.laurienbachmann.com
www.sebastiansix.net

Miguel Escobar

"An Image of a Façade"

Kurzfilm

Teil des 1. Kurzfilmprogramms am Freitag, 05.02., 20 Uhr

In diesem Video wird ein Filmstill des Films „Blow“ (Ted Demme, 2011), der einen geografischen Ort zeigt, seziert. Dabei wird die Landschaft des Bildes zu einem Raum aus bloßen Fassaden, der sich aus fragilen zweidimensionalen Elementen zusammensetzt. Diese visuelle Erscheinung bezieht sich sowohl auf den Raum eines Filmsets, als auch auf eine Außenfläche, die ein Gebäude repräsentiert, das eine architektonische Fassade ist. Eine solches Set heterogener Elemente scheint an mehreren Orten gleichzeitig präsent zu sein. Seine Beschreibung korrespondiert mit verschiedenen und widersprüchlichen Referenzen, und als Folge davon ist es schwierig zu wissen, wer oder was repräsentiert wird.

Künstler:in

Miguel Escobar wurde 1992 in Cali, Kolumbien, geboren. 2017 erhielt er seinen Bachelor mit Auszeichnung in Bildender Kunst am Instituto Departamental de Bellas, in Cali, Kolumbien. Kürzlich schloss er sein MFA-Studium an der LUCA School of Arts mit der Auszeichnung Magna Cum Laude ab. Seine Arbeiten wurden in Einzelausstellungen in Kolumbien und in Gruppenausstellungen in Argentinien, Russland und Belgien ausgestellt.

Vera Sebert

"Flüssige Wesenszüge einer Bildapparatur"

Kurzfilm

Teil des 1. Kurzfilmprogramms am Freitag, 05.02., 20 Uhr

Visualisierte maschinelle Handlungsanweisungen bilden eine eigene Semantik und Grundlage für menschliche Handlungsanweisungen. Auf der Kinoleinwand wird dieses Bild von seiner Bedeutung entkoppelt. Es kondensiert am Bildträger und schwappt ins Auge. Die assoziative Montage minimalistischer Nutzeroberflächen verläuft wie ein wucherndes Konstrukt entlang der filmischen Zeitachse. Die eigene Körperlichkeit im Wahrnehmungsprozess und die medial bedingte Lesart sind Protagonisten in einem Film ohne Narrativ.

Künstler:in

Vera Sebert, *1987, Medienkünstlerin 2007-2015 Studium Freie Kunst an der Hochschule für bildende Kunst Braunschweig und der Akademie der bildenden Künste Wien. 2015-2019 Studium Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Künstlerische Arbeiten in den Grenzbereichen von visuellen Medien, Sprache, Film, Computerprogramme: Der Programmcode erlaubt die Adaption aller anderen Medien, deren Eigenschaften im virtuellen Raum imitiert, fragmentiert und neu montiert werden. Das Hybrid legt die kategorische Trennung zwischen künstlerischer Bild- und Textproduktion bloß und schafft einen Raum für Experimente, die das Geflecht von Code, Bild, Ton und Sprache in einer digitalen Umgebung ausloten.

 

Chiemi Shimada

"Chiyo"

Kurzfilm

Teil des 2. Kurzfilmprogramms am Freitag, 05.02., 21 Uhr

Chiyo ist eine poetische Erkundung der japanischen Vorstädte durch die Reflexion der Filmemacherin über das Leben ihrer Großmutter. Mit einer Reihe von alltäglichen Momenten in Yashio, Saitama, von einem Sommerfest bis hin zu buddhistischen Ritualen, meditiert der Film über Familie, Intimität und das Altern.

Künstler:in

Chiemi Shimada ist eine Filmkünstlerin aus Japan. Sie arbeitet sowohl mit analogem als auch mit digitalem Material. Ihre Filme entstehen oft aus Porträts und Erzählungen, die Themen wie Häuslichkeit, Intimität und Vertreibung erforschen. Ihre Filme wurden u.a. auf dem San Sebastián International Film Festival, dem Sheffield Doc/Fest und dem European Media Art Festival gezeigt.

Bryan ‘Giuseppi’ Rodriguez

"Que Linda"

Kurzfilm

Teil des 1. Kurzfilmprogramms am Freitag, 05.02., 20 Uhr

In ‘Que Linda’, gedreht im Sommer 2018, sammelt der 17-jährige Miguelito in Callao, Peru, bewusstlose Körper von verzweifelten Männern mit gebrochenen Herzen ein. 

Regie: Bryan G. Rodriguez
Künstlerische Leitung: Alonso Izaguirre
Sounddesigner: Mauricio Escamilla

Künstler:in

Der in Callao, Peru, geborene und jetzt in London lebende Bryan ‚Giuseppi‘ Rodriguez Cambana arbeitet multidisziplinär und verbindet in seiner Praxis die Kinästhetik afrodiasporischer Musikgenres wie Hip-Hop und Salsa mit surrealen Imaginationen/Erinnerungen persönlicher Erzählungen – auf der Suche danach, eine Sprache zu entwickeln, die aus der dysfunktionalen Verbindung zwischen Performancekunst, die diese Genres (und deren visuelle Kultur) bestimmen, und Bildender Kunst entsteht – und sich an einer Konversation über Bewegung, Begehren, Körper, Farbe, Rasse und Armut zu beteiligen. Giuseppis Arbeiten wurden in verschiedenen Galerien, Museen und Festivals ausgestellt, darunter das Queens Museum in Queens, New York, ENCUENTRO in Mexiko D.F., das internationale Festival of The New Latin American Cinema in Havanna, Kuba, und war kürzlich Empfänger des 2018-19 Public Art Grant von More Art in New York City.

Qigemu (April Lin und Jasmine Lin)

"Reality Fragment 160921"

Kurzfilm

Teil des 3. Kurzfilmprogramms am Samstag, 06.02., 20 Uhr

Reality Fragment 160921 ist der Debütfilm von Qigemu. Anhand von Filmmaterial, das sie während eines gemeinsamen Sommers gesammelt haben, beschlossen sie, einen Film zu kreieren – schreiben und schneiden erfolgte über Skype-Gespräche zwischen Los Angeles und Stockholm. Das Werk materialisiert dadurch den iterativen Prozess der Reflexion gleichzeitig mit dessen Ergebnis. Durch seine organische Konzeption überschreitet Reality Fragment 160921 die Grenzen verschiedener Genres und umspannt mit seiner Struktur und dem Gebrauch ästhetischer Erzählmechanismen sowohl Doku-Fiktion, als auch experimentelle Narrative und Videokunst.

Künstler:innen

七个木 Qigemu 七 木 war ein Duo, bestehend aus den Liebhaber*innen April Lin und Jasmine Lin, die die Zwischenräume von Bewegung, visuellen Medien, Identität und der globalen asiatischen Diaspora erforschen – als chinesisch-schwedische bzw. taiwanesisch-amerikanische Künstler*in.

Alexander Isaenko

"EXISTO MINIMA"

Kurzfilm

Teil des 2. Kurzfilmprogramms am Freitag, 05.02., 21 Uhr

EXISTO MINIMA ist eine Uferlinie, an der die kurze Präsenz eine Analyse der persönlichen Geschichte ist. Hier, an der Grenze zwischen Statik und Dynamik, im Rahmen eines ‘eigenen Dramas’, geht eine Krisenphase in die nächste über. Sie entfaltet sich vom Gefühl des Teenagers, erwachsen zu sein bis hin zur Krise des mittleren Alters, in der die Sinnhaftigkeit vollkommen entwertet wird.

Künstler:in

Alexander Isaenko wurde 1976 in Izmail, UdSSR, geboren. Er ist ein ukrainischer Künstler, der mit verschiedenen Medien arbeitet, darunter Fotografie, Video, Text. Er lebt und arbeitet in Odessa, Ukraine.

Sarah Lasley

"How I Choose to Spend the Remainder of My Birthing Years"

Kurzfilm

Teil des 3. Kurzfilmprogramms am Samstag, 06.02., 20 Uhr

Indem sie privates Narrativ und geteilte popkulturelle Erfahrung miteinander verbindet, bekundet die Künstlerin eine lang gehegte Kindheitsphantasie innerhalb der Liebesszene aus „Dirty Dancing“ (1987). „How I Choose to Spend the Remainder of my Birthing Years“ stellt präpubertäres sexuelles Begehren dem einer Frau gegenüber, die den Höhepunkt ihres Sexuallebens bereits überschritten hat. Die Phantasie ist sowohl Balsam für religiöse Frömmigkeit, als auch ein Akt des Widerstands gegen den Reproduktionsdruck, der auf Frauen im mittleren Alter lastet. Hier entlarvt das digital simulierte Bild in seiner schwankenden Wahrscheinlichkeit unseren Wunsch nach dem Begehren, an etwas zu glauben.

Künstler:in

Sarah Lasley ist eine Filmemacherin und interdisziplinäre Künstlerin aus Louisville, Kentucky und Assistenzprofessorin für Neue Medien an der University of Texas San Antonio. Ihre Filme wurden international auf Filmfestivals und an Universitäten gezeigt, unter anderem auf dem Cannes Art Film Festival in Frankreich und an der National Chiao Tung University in Taiwan. Zu ihren Museums- und Galerieausstellungen gehören das CICA Museum in Korea, Leslie Hellar Workspace in New York City und LAXART in Los Angeles. Vor kurzem war sie in der KMAC Triennial im Kentucky Museum of Art and Craft und in Video Snack an der Virginia Commonwealth University vertreten. Lasley arbeitete als Animatorin für Martha Stewart Omnimedia und als Titelanimatorin für Todd Haynes‘ für den Oscar nominierten Film Carol, Panda Bear und MGMT-Musikvideos. Als Projektionsdesignerin arbeitete sie unter anderem für das Baryshnikov Arts Center, Harlem Stage und Ars Nova in New York City und ist Projektionsdesignerin für Brenna Palughis Theatergruppe Virago. Sie ist Empfängerin des Toby Devan Lewis Grant der Yale School of Art, wo sie über ein Jahrzehnt lang als Dozentin unterrichtete. Sie hält einen MFA von der Yale School of Art und einen BFA von der University of Louisville inne. 2004 war sie Stipendiatin an der Skowhegan School of Painting and Sculpture.

Bianca Hisse

"The future is classy, crisis is sexy"

Installation

Sechs rasante Zeitraffervideos bilden Bianca Hisses Arbeit ‘The future is classy, crisis is sexy’.

Bewegung im öffentlichen Raum ist ein wiederkehrendes Thema ihrer Praxis, welches dieses Mal eine ‘Mikro-Aktion’ suggeriert: beobachten, langsam und ausdauernd. In dieser Arbeit erscheint Hisse an strategischen Punkten verschiedener Städte – Plätze, Parlamentsgebäude und historische (Gedenk)stätten -, Räume, die normalerweise eine Doppelfunktion haben: Sie sind nicht nur Szenerie von Touristenfotos, sondern auch Schauplatz aktueller Proteste und politischer Demonstrationen. Auf der Leinwand entfaltet sich die minimale Geste des Beobachtens zu einem beschleunigten, frenetischen Bild ihrer ‚unsichtbaren‘ Performance. Indem sie sich mit der Sprache der täglichen Kommunikation auseinandersetzt – dem Selfie-Format, schnellen und kurzen Sätzen, der Instagram-Typografie – reflektiert die Arbeit, wie sich dokumentierte Aktionen, geschriebene Sprache und aktuelle Politik der Zirkulation auf unseren alltäglichen Bildschirmen manifestieren.

Praxis und Arbeitsweise

In meinen jüngsten Arbeiten interessiere ich mich dafür, den Körper und Choreografie als eine Methode der kollektiven Organisation zu betrachten und frage mich wie sie die Machtstrukturen des sozialen Lebens unterwandern können. Der öffentliche Raum war schon immer ein wichtiges Element meiner Performances – zu einem gewissen Grad versucht der Körper immer die unausgesprochenen Regeln dieser Räume zu verdrehen. Ich bin in diversen Kontexten gekrochen, gerutscht, gelegen und gerollt, habe verschiedene Formen nicht-vertikaler Bewegungen ausprobiert und dies meist als unangekündigte performative Aktion – die Leute erwarten daher nicht, etwas bestimmtes zu sehen. Für mich ist das Performen eine Möglichkeit, normatives Verhalten herauszufordern, zu suggerieren, dass es Lücken und Risse in unseren Räumen gibt, und dass wir diese besetzen können.

Künstler:in

Bianca Hisse (geb. São Paulo) ist eine in Tromsø lebende Künstlerin. Sie hält einen MFA der Kunstakademiet i Tromsø und einen Bachelor in Performing Arts von der PUC Universität in São Paulo inne. Ihre Performances wurden auf zahlreichen Festivals präsentiert, darunter dem Sofia Performance Art Festival (Bulgarien); dem BONE Performance Art Festival (Schweiz); dem Performance Art Bergen; dem 13festivalen in der Galleri Konstepidemin (Schweden) und The 12th International Media Arts Festival (St. Petersburg).

Ihre Arbeiten wurden in ganz Norwegen und international ausgestellt, u.a.: Museum of Modern and Contemporary Art Rijeka, Galerija Miroslav Kraljevic, Galerija Nova (Kroatien), BABEL Visningsrom for kunst, Kunstnernes Hus, Tromsø Kunstforening, Small Projects (alle in Norwegen), Centro Cultural São Paulo und andere. Zu den jüngsten Ausstellungen gehören 133. Statens kunstutstillingen, Høstutstillingen, und die 19. Mediterranea Biennale (San Marino, 2021).

Biba Cole

"Pulp of the Sea"

Performance

Biba Cole (UK) ist eine interdisziplinäre Künstlerin, die derzeit in Den Haag (NL) lebt. Sie positioniert Fehlschläge als generative Handlungen und gibt Ausrutschern aus bekannten Sprachen einen Wert. Sie wird ihr neuestes Werk „Pulp of the Sea“ aufführen, in dem sie die Praxis des Surfens, des Umfallens und des Schreibens erforscht. Sie untersucht die Beziehungen zwischen ihrem eigenen Körper, dem Wasser und dem Schreiben – als Gefäße, die ständig überlaufen. Der sich bewegende Körper hat keine Kanten: er läuft aus, dehnt sich aus und zieht sich zurück. Durch handgeschnittene Animationen wird überschüssiges Material hervorgehoben wenn die flimmernden Ränder ihres Körpers mit viszeral gemalten Umgebungen verschmelzen. Der Film gleitet über seine eigenen Ränder hinaus wenn sich zwei Darsteller*innen in einem Balanceakt zusammen bewegen, während sie fallen, auslaufen und Bilder verzerren. Gefüllt mit Spannung und dem Noch-Nicht, ist jede Performance einzigartig.

Credits:

Performance von Biba Cole. 
Performers – Biba Cole & Alejandra López Martínez.
Soundtrack – Biba Cole & one-four.
Camera & Editing – Bob Demper & Marnix van Uum.

Künstler:in

Biba Cole (UK) ist eine interdisziplinäre Künstlerin, die derzeit in Den Haag (NL) lebt. Sie positioniert Fehlschläge als generative Handlungen und gibt Ausrutschern aus bekannten Sprachen einen Wert. In Pools von überschüssigem Material schwimmend, tauchen Fragen zu produktivem Handeln, Konsum, Sprache, Ekel und Begehren auf.

Greta Alfaro

"He Had Got Certain Vibes"

Kurzfilm

Teil des 1. Kurzfilmprogramms am Freitag, 05.02., 20 Uhr

Ein bescheidenes Stillleben über die Zerbrechlichkeit und das Drama des Alltäglichen, über Häuslichkeit und die Ungleichheit zwischen realem Leben und dem Leben auf und im Bildschirm.

Künstler:in

Greta Alfaro (Spanien, 1977) ist Bildende Künstlerin. Sie arbeitet hauptsächlich an Videokunst, Installationskunst, Fotografie und an ortsspezifischen Projekten. Zu ihren Einzelausstellungen gehören Decimocuarta estación (2019) in der Fundación BBVA, Madrid, In Ictu Oculi (2019) im Flint Institute of Arts, Michigan; El cataclismo nos alcanzara impávidos (2015) und European Dark Room (2014) in der Galeria Rosa Santos, Valencia; Still Life with Books (2014) im Artium, Vitoria, Spanien; In Praise of the beast (2013) im Hiroshima City Museum of Contemporary Art, Japan; und In vencion (2012) im Ex Teresa, Mexico City. Zu ihren ortsspezifischen Einzelausstellungen gehören I Will Not Hesitate to React Spiritual (2019), mit Roaming Room und A Very Crafty and Tricky Contrivance (2012), mit Genesis Foundation, beide in London, und Co medias a honor y gloria (2016) in La Gallera, Valencia, Spanien. Sie nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen teil, unter anderem in der Whitechapel Gallery, dem Institute of Contemporary Art und der Saatchi Gallery in London, dem Centro Cultural Banco do Brasil in Brasilia, dem Bass Museum of Art in Miami, der Conciergie in Paris, dem Künstlerhaus Bethanien in Berlin; und La Casa Encendida in Madrid; und an Filmfestivals wie dem Internationalen Filmfestival Rotterdam 2011, Rencontres Internationales Paris Berlin 2020 und 2012, Punto de Vista International Documentary Film Festival of Navarra 2013 und dem Kasseler Dokumentarfilmfestival 2020.

Mariusz Sołtysik

"INVADERS"

Kurzfilm in der Trash-Night

Sonntag, 07.02., 20 Uhr

„Invaders“ ist das ironische Videoprojekt, das, auf der Basis alter, amerikanischer populärer TV-Sci-Fi-Serien aus den 60ern, einen Kommentar über uns = Menschen ausdrückt. Wir verhalten uns wie die „Invasoren des sterbenden Planeten“, die die Erde übernehmen und zerstören wollen, wie ein Erzähler es ausdrückt. Ich stellte mich vor meine Kamera und nahm mich bis zum ersten Blinzeln auf. Mein Fokus lag darauf, zu versuchen, die Augen so lange wie möglich offen zu halten – ohne zu blinzeln. Jeden Tag bin ich erneut erstaunt wenn ich die Nachrichten von unserem Planeten sehe oder lese – was tun wir?

Künstler:in

Ich bin visueller Künstler (mit Sitz in Polen) und arbeite in einer breiten Palette von Formen – Skulptur, Installation, Video, Zeichnung, Malerei und Fotografie – ich präsentiere meine Arbeit in verschiedenen Kontexten – von Galerieräumen über ortsspezifische Kontexte bis hin zum öffentlichen Raum. Ich bin Autor von Dokumentarfilmen, seit 2011 Dozent an der Akademie der Bildenden Künste in Krakau (Polen) an der Fakultät für Intermedia. Ich habe meine Arbeiten (mehr als 100) sowohl in Polen, als auch im Ausland ausgestellt, u.a. in Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Irland, Island, Schweden, Indien, Australien, Taiwan, Chile und den USA.

Andrew Neil Hayes

"Animals Beginning With P"

Kurzfilm in der Trash-Night

Sonntag, 07.02., 20 Uhr

Andrew Neil Hayes ist Filmemacher und Performance-Künstler aus Bristol, Großbritannien. Manchmal macht er Filme, die Performances sind, ein anderes Mal macht er Performances, die Filme sind.

Seine Arbeit konzentriert sich auf die Absurdität des menschlichen Daseins. Er trägt häufig einen Anzug (wie es jeder anständige Berufstätige tun sollte), aber er sieht die formelle Kleidung eher als ein Instrument der Freiheit als der Einschränkung. Vor allem, wenn er sie zerreißen und mit Schlamm bedecken oder in einem See ertränken oder in Brand stecken kann. Die fünf Elemente haben eine inhärente Bedeutung.

Sein neuester Film, der eine Performance ist, kontrastiert den modernen Menschen mit Tauben (Pigeons), Gottesanbeterinnen (Praying Mantis), Opossums (Possums) und Schweinen (Pigs).

Künstler:in

Ich bin Filmemacher und Performance-Künstler und lebe in Bristol, Großbritannien. Das Spiel mit den Beschränkungen der Realität, wie Zeit und Ort, ist eine meiner besonderen Obsessionen.

Ich betrachte es als eine Art Angeln nach Antworten. Aber man bekommt nur gute Antworten, wenn man gute Fragen stellt, zum Beispiel: Warum tragen Hunde keine Krawatten? – Ich bin sicher, Laurie Anderson könnte das beantworten.

Zoe Dittrich-Wamser

"back to"

Installation

Für die Ausstellung im KiZ installiert Zoe Dittrich-Wamser ein Handyvideo. Die Interaktion der Finger mit einer Oberfläche, wie man sie bei der Kommunikation mit anderen über das Handy erlebt, wird mit einer heimlicheren Kontaktform verknüpft: das Schreiben von Buchstaben auf den Rücken der empfangenden Person. Sprache wird in einer sinnlichen Form weitergegeben, was neue Ebenen neben der reinen Information freilegt.

Künstler:in

Zoe Dittrich-Wamser, geboren 1993 in Gießen, lebt in Düsseldorf. Studium der Freien Kunst in Bremen und Düsseldorf, Abschluss 2019.

Veneta Androva

"AIVA"

Kurzfilm

Teil des 3. Kurzfilmprogramms am Samstag, 06.02., 20 Uhr

„AIVA ist Künstlerin, belebt durch Algorithmen. Vor allem aber ist sie die ernüchternd beschränkte männliche Tech-Vision davon, wie mehr Diversität im Kunstbetrieb aussehen könnte. In ihrer Malerei bevorzugt AIVA die Vertikale, man feiert Erfolge. Eine „Kunst-Doku“ lässt an ihrem Schaffen teilhaben und nimmt blauäugig jedes Klischee mit. Präzise beobachtet, mit reduzierten Gesten und zielsicherem Witz reflektiert Veneta Androva in ihrer computeranimierten Zukunftsfiktion einen Istzustand.“

(André Eckardt, DOK Leipzig 2020)

Künstler:in

Veneta Androva (*1985, Sofia) kombiniert verschiedene Medienquellen mit Malerei, die sie durch Animation und simulierte Umgebungen verbindet. Sie studierte Kunstgeschichte und Philosophie (BA) an der Humboldt-Universität zu Berlin und diplomierte sich im Fach Freie Kunst an der Kunsthochschule Berlin Weißensee.

Vitalii Shupliak

"FAKE"

Kurzfilm in der Trash-Night

Sonntag, 07.02., 20 Uhr

Berühre die materielle Seite des Geräts. Dialog durch Glas. Wer ist jetzt realer?

Künstler:in

Vitalii Shupliak (*1993, Ukraine) arbeitet hauptsächlich mit Video, Installation und räumlichen Aktivitäten, Gründer der Galerie „Pi“. Wohnt in Polen. Studierte Kunst in Lviv (UA), Gdańsk (PL), Poznań (PL) und Braunschweig (DE). Beschäftigt sich vor allem mit den Themen Spannungen, weit verstandenen Grenzen, Migration und Identität, baut Werke von ökonomischer Form, aber mit breiten Konzepten.

Sherie Sitauze

"mbedzi land, our land, queens land"

Kurzfilm

Teil des 2. Kurzfilmprogramms am Freitag, 05.02., 21 Uhr

Für die schwarze Person bleiben die Traumata der Vergangenheit, ob nah oder fern, immer in der Gegenwart bestehen – und dehnen sich höchstwahrscheinlich in die Zukunft aus*. Der Anfang ist für mich etwa 1270 nach Christus: das Mapungubwe-Königreich und die VhaVenda im südlichen Afrika. Ich befinde mich in einem ständigen Kreislauf der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit meiner Vorfahren – während ich sie gleichzeitig suche, um sie in der Gegenwart zu mobilisieren. Und das alles, während ich mich seit langem auf diesem sehr fremden, westlichen und britischen Boden befinde. Ein Boden, den ich seit meinem 6. Lebensjahr als eines meiner Zuhause zu verstehen gelernt habe. 

*Ein Dankeschön an Jacques Derrida dafür, dass er Gefühle in Worte gefasst hat, von denen ich einst nicht wusste, dass es dafür Worte gibt.

Künstler:in

Sherie Sitauze, geboren in Bulawayo, Simbabwe. Derzeit lebt sie in London, Großbritannien, und studiert ihren Master in Bildender Kunst an der Goldsmiths University of London. Sheries künstlerische Praxis ist multidisziplinär und bezieht sich stark auf postkoloniale Theorien und Konzepte. Sie zielt darauf ab, die präkolonialen Geschichten des südlichen Afrikas zu etablieren und – wenn möglich – zu reproduzieren.

David Wittinghofer

"beyond/performances"

Installation

„ … i / always / wanted / to dance / > / just / to dance / but / i am not a dancer … “

Fragmentarisch und sprunghaft bewegt sich eine Person in einem leeren Bühnenraum und wird dabei von einer Stimme begleitet, die über Tanz nachdenkt. Gleichzeitig sind in einem technisch verbrauchten Bildgewitter weitere Tänzer_innen zu sehen und diverse Sprachfetzen zu hören. Die Videoarbeit beyond / performances untersucht und interpretiert das Verhältnis von tänzerischen Handlungen und sprachlichen Reflexionen über diese durch die Aneignung von Bewegungen und Aussagen anderer. Ein aus den Stimmen von vier Choreograf_innen und Tänzer_innen konstruiertes „Ich“ spricht aus einer bewundernden Außenposition über eigene Beobachtungen, Vorstellungen und Wünsche und bringt dadurch eine weitere Figur zum Tanzen.

Aus Bruchteilen von Off-Kommentaren einer US-Fernsehsendung über Postmodern Dance aus dem Jahr 1980 wurde eine alternative Narration konstruiert, die als Vorlage für eine neue Montage des Filmmaterials diente. Diese chronologische Manipulation der Tonebene beeinflusste auch die damit verbundene Bildebene, sodass die gezeigten Tanzchoreografien nun von raschen Bildsprüngen unterbrochen bzw. vorangetrieben werden. Die einzelnen Bewegungsfragmente wurden in Folge von einem Tänzer vor einer Kamera interpretiert und konnten dadurch eben falls der alternativen und neu eingesprochenen Textversion folgend aneinander gereiht werden. 

Das Found-Footage-Video und dessen performative Rekonstruktion entsprechen einer textbasierten Choreografie, die erst durch das technische Hilfsmittel des Videoschnitts sichtbar wird. beyond / performances schlägt vor, was es jenseits des Gezeigten möglicherweise noch zu entdecken gibt und was darüber auch hätte gesagt werden können.

Künstler:in

geboren 1991, lebt und arbeitet in Linz (AT)

seit 2009 laufend Ausstellungen, Screenings, Projekte und Performances 

seit 2014 Studium, Bildende Kunst – Angewandte Kulturwissenschaften, Kunstuniversität Linz

2018 Diplom, Bildende Kunst – Experimentelle Gestaltung, Kunstuniversität Linz

2018 Atelierstipendium Salzamt, Stadt Linz

2019 Talentförderungsprämie für interdisziplinäre Kunstformen, Land Oberösterreich

Sarah Trad

"10 Celebrities You Didn’t Know Were Arab!"

Kurzfilm in der Trash-Night

Sonntag, 07.02., 20 Uhr

Das Video zeigt arabische Prominente wie Salma Hayek und Shakira, welche SWANA (South West Asian / North African) Menschen in Schauspiel*innenrollen portraitieren und bei den SuperBowl-Halbzeitshows performen. Zoe Saldana, die ebenfalls stolz mit ihrer Herkunft wirbt, wird aufgrund ihrer Vorbildfunktion für Schwarze Araber*in, welche oft aus der arabischen Gemeinschaft ausgelöscht werden, ebenso dargestellt. Ariana Grande wurde aufgenommen, da ihre kulturellen Wurzeln in den letzten zehn Jahren von italienisch bis „gemischt“ fluktuierten nachdem sie einen DNA-Test gemacht hatte, der besagte, dass sie u.a. griechischer und nordafrikanischer Herkunft sei. Obwohl der DNA-Test vermutlich hunderte Jahre von Migration zwischen dem mediterranen Europa und Nordafrika widerspiegelt, beeinflusste er Grandes Ästhetik, die einige als „Blackfishing“ bezeichneten.  Obwohl sich manche dieser Prominenten nicht offen als Araber*innen identifizieren, erweitern sie die Wahrnehmung dessen, wie Araber*innen aussehen können und werfen Fragen der ‘racial appropriation’ und Authentizität auf.

Künstler:in

Sarah Trad ist Künstlerin und Kuratorin, deren Arbeit sich auf die Gegenüberstellung von subjektiver und objektiver Emotionalität, die Navigation im täglichen Leben mit psychischen Erkrankungen, die Beziehung des Einzelnen zur Popkultur und die Dekolonisierung des westlichen Verständnisses des Nahen Ostens und der arabischen Amerikaner*innen konzentriert. Als lebende Verkörperung des Zusammenhangs zwischen chronischer Depression und Binge-Watching-Praktiken eignen sich ihre Videoarbeiten „tiefgründige, aber übersehene“ Momente aus Filmen, Musikvideos und dem Internet an und manipulieren diese. Sarahs Videoarbeit nimmt mediale Darstellungen von Personen aus dem Nahen Osten, Nordafrika und den arabischen Ländern und manipuliert sie mit Hilfe von Computereffektprogrammen um neue abstrakte Werke zu schaffen. Durch diese Veränderung des Kontextes hofft sie, falsche Vorstellungen von MENA und arabisch-amerikanischen Menschen abzubauen und die Schönheit ihrer Herkunft und ihres Volkes zu zeigen. Ihre Arbeit erforscht ebenfalls das Konzept der „vererbten Trauer“, das besagt, dass Traumata durch biologische oder verhaltensbedingte Mittel an zukünftige Familiengenerationen weitergegeben werden, so dass Familienmitglieder Restauswirkungen von Traumata erfahren, welche sie nicht selbst erlebt haben. Im Besonderen konzentriert sich ihre Arbeit darauf, wie der Tod ihres Großvaters, eines arabischen Amerikaners, in ihrer Familie väterlicherseits Wellen psychischer Krankheit und verzerrter kultureller Identität verursachte. Sarah hat einen BFA von der Syracuse University und studierte an der Film and Television School of Performing Arts (FAMU) in Prag, Tschechien. Sarahs Arbeiten wurden auf dem Strangelove Time-based Media Festival (Folkestone, England), Woman Made Gallery (Chicago, IL), The Front (New Orleans, LA), Rendezvous With Madness Festival (Toronto, ON), Big Muddy Film Festival (Carbondale, IL), The Warehouse Gallery (Syracuse, NY), Kitchen Table Gallery (Philadelphia, PA) und dem Everson Museum of Art (Syracuse, NY) gezeigt.

Jeanne van Eeden

"Finding Eva"

Kurzfilm

Teil des 3. Kurzfilmprogramms am Samstag, 06.02., 20 Uhr

Finding Eva ist ein (auto)biographischer Essayfilm, der die sprachraubenden Mechamismen von sexualisierter Gewalt thematisiert und ihnen die selbstermächtigende Entscheidung zu sprechen entgegenstellt. 

Es geht nicht darum, sich in #MeToo einzureihen, sondern im Sinne von MeToosa die sprachraubenden Stimmen versteinern zu lassen und sich als durch das Erleben von sexualisierter Gewalt subaltern gewordene Frauen in den Olymp der Sprechenden emporzuheben. Wenigstens für Spielzeitlänge. Es geht also um das Recht zu sprechen. Strenggenommen geht es darum, gehört zu werden, da das Sprechen allein noch nicht davor bewahrt, in beredtes Schweigen zu verfallen. 

Die Vermittlung einer (auto)biographischen Perspektive auf Wirklichkeit bringt die Berührung mit Welt zur Sprache, die jedem Nachdenken über Welt vorausgeht und vermag dadurch die etablierte Konstruktion von Wirklichkeit zu verändern, in welcher sexualisierte Gewalt höchstens als Passepartout geduldet wird.

Denn das autobiographische Kunstwerk berechtigt zu sprechen und verspricht gleichzeitig, gehört zu werden. Und was ist und macht mächtiger als diese Berechtigung? Sie ist so mächtig, dass man sich entmachtet sieht, ist man sich dieser Berechtigung nicht sicher. Und so mächtig, dass sie einen die Angst zu sprechen überwinden und sich wieder ermächtigen lässt. In dieser Ermächtigung liegt wiederum die Entmachtung der Unterdrücker*innen und all ihrer Kompliz*innen, da das Einfordern des Rechts auf Sprechen und Gehört- werden den gordischen Knoten, der sprachraubenden Psychologismen und gesellschaftliche Mechanismen vermeintlich untrennbar aneinander kettet, zerschlägt. 

‚Finding Eva‘ zoomt rein in das Innenleben junger Frauen, zoomt raus auf ihre Körper und versucht dabei, den Blick auf beides einzufangen. Freigelegt und entfaltet, entblößend und (selbst)darstellerisch.

Künstler:in

Jeanne van Eeden: lebt in Köln. Studiert dort derzeit an der Kunsthochschule für Medien. Sie forscht nach Möglichkeiten, die Kanäle subalterner Stimmen lauter und die Kanäle hegemonialer Stimmen leiser zu drehen. Sonst alles roger. 




par1s1en, where are you? (Ahmad Masoud and Olufemi Atibioke)

"Ti amo mi amor Imolito"

Kurzfilm

Teil des 3. Kurzfilmprogramms am Samstag, 06.02., 20 Uhr

„Ti amo mi amor Imolito“ (2020) ist ein Kurzfilm des Künstlerkollektivs „par1s1en, where are you?“ und stellt eine poetische Liebeserklärung in einer fragmentarischen Erzählweise dar. Die Verwendung verschiedener Produktionsmittel und Found Footage, aber auch die Ästhetik und die authentischen Charaktere ergeben eine unkonventionelle Filmkomposition, die sich jeder einfachen Klassifizierung entzieht und vorherrschende Sehgewohnheiten in Frage stellt. 

Künstler:innen

Ahmad Masoud: Hamburger. Lebt in Leipzig. Alles gut.

Olufemi Atibioke: Personifikation: Irgendwo zwischen Ütersen und New York.

André Guiboux

"Doors"

Kurzfilm

Ich erwarte, dass das Licht auf mich scheint.

Ich erwarte, dass mich ein Bild anstarrt.

Ich erwarte eine Geste, die mich entlässt.

                              Sardanapale verbrennt sein Königreich, damit nichts ihn überleben kann.

                              Ich öffne eine Tür und etwas anderes geht vorüber, Zeuge in der Warteschleife.

                              Wir sprechen in der einen Welt, aber wir sehen in der anderen.

Künstler:in

André Guiboux wurde 1987 geboren und schloss sein Studium an der Kunstschule von Grenoble mit Auszeichnung ab. Er lebt und arbeitet zwischen Paris und dem Süden Frankreichs.

Erotisch, politisch oder auf das Sakrale ausgerichtet; die künstlerische Praxis von André Guiboux durchwandert eine Reflexion über die Rolle und die Macht der Bilder durch eine Abfolge von leidenschaftlichen Gesten, die ihn entladen und an die Welt binden; um, für einen Moment vielleicht, eine primitive Einheit zwischen den Dingen zu finden. Seine Werke wurden auf dem 5. Orient’Art Express Festival von Oujda, der 17. Biennale junger Kunstschaffender aus Europa und dem Mittelmeerraum in Mailand, dem 32. Winterfestival in Sarajevo, während der Kunstmesse The Others in Turin mit der Galerie Pauline Pavec und kürzlich im frac-Centre Orléans ausgestellt.

www.andreguiboux.com

Finn Rabbitt Dove

"vendor beast"

Kurzfilm

Teil des 2. Kurzfilmprogramms am Freitag, 05.02., 21 Uhr

Im schummrigen Licht stehend, in einer Leere von Blau, geschrumpft von einer Präsenz, die ebenso stark wie auch verletzlich ist – Instinkte werden durch Glas beschränkt.

Künstler:in

Geboren in London und derzeit in Glasgow ansässig. Finn Rabbitt Doves Arbeit spiegelt ein anhaltendes Interesse an der Interaktion von menschlichen und nicht-menschlichen Tieren in einer Welt von zunehmend fabrizierten Landschaften wider. Mit einer dokumentarischen, sich auf Feldaufnahmen stützenden Herangehensweise an das Filmen unterwandern Elemente der Fantasie und des Humors die massenmediale Darstellung von „Natur“. Durch seine Ausgangspunkte in Malerei und Zoologie nutzt er diese Wissensgebiete, um zu spekulieren, was diese Welt ist.

Charlotte Oeken

"Against the Romance of Community"

Installation

Ein Wimpernschlag des Schwebens, der Weite, des Ausbruchs. Nichts ist gewiss, außer die Ungewissheit. Bilder sind Bilder, sie brauchen keine Erzählung. Schnappschüsse, in denen die Zeit ihre Bedeutung verloren hat. Etwas bricht, etwas anderes ist noch nicht da. Und dazwischen das Gefühl, alles sei möglich. Sich auflösende Identitäten. Es ist ein Kampf. So viel man auch zu wissen glaubt – das Unbekannte lässt sich nicht vorhersehen. Was können wir also daraus lernen? Wie können wir die Idee einer visionslosen Vision in unsere offenen Arme schließen? Und während wir versuchen, unsere Umgebung zu verstehen, vergessen wir, wonach wir eigentlich suchen. Ich schaue von oben, ich schaue von innen. Wir träumen von einem utopischen Ort, aber wir wissen, dass es ihn nie geben wird. Und wir geben uns dieser Illusion hin, während wir uns fragen, was oder wer dieses „wir“ ist, von dem wir sprechen. Ich sehe dich. Ich sehe dich. Ich sehe dich, ja, das tue ich.

Künstler:innen

Charlotte Oeken beschäftigt sich in ihren Multimedia-Performances mit der Dekonstruktion kollektiver Narrative. Sie studierte Regie an der ZHdK Zürich, Schweiz und an der School of Visual Theatre, Jerusalem, Israel. Sie gründete das Performance-Kollektiv „service not included“ und die Musikplattform MuscleCat Records. Ihre Arbeiten wurden u.a. am Münchner Volkstheater, Theater Neumarkt Zürich, Machol Shalem Jerusalem gezeigt. 

Gil-li Menkes ist eine multidisziplinäre Künstlerin, die derzeit in Haifa, Israel, lebt. In ihren Arbeiten erforscht und untersucht sie Rituale, Spiritualität und Heilkräfte. Als Bildende Künstlerin kreiert sie Collagen und entwickelt mehrere Alter Egos und Charaktere, mit denen sie bei diversen Veranstaltungen und Aufführungen auftritt. 

Connected Realities 
(Giorgi Gedevanidze, Phaidon Gialis, Seongmin Yuk)

"Connected Realities"

Installation

Das sprichwörtliche Einnehmen anderer Perspektiven ist die Idee hinter der Installation Connected Realities: Die Teilnehmer der Installation sind über VR-Headsets miteinander verbunden, jedoch sehen sie keine virtuellen Realitäten vor sich, sondern echte Realitäten, die jedoch nie ihre eigenen sind. Jedes Headset zeigt die Perspektive eines anderen Teilnehmers des Experiments. Was dieser Umstand für die weitere Zusammenarbeit zu bedeuten hat, zeigt die anschließende Installation, in der Perspektiven im wahrsten Sinne des Wortes aufeinanderprallen und eine Einheit aller unerreichbar scheint. Ich sehe was, was Du nicht sehen wirst.

Künstler:innen

Giorgi Gedevanidze, Phaidon Gialis und Seongmin Yuk sind drei in Köln lebende Künstler. Sie haben sich im Interesse zusammengefunden, mit der Verbindung zwischen Perspektive und Wahrnehmung und der Interaktion zwischen Raum und physischem Körper zu experimentieren. Ein Hauptinteresse ihrer Arbeit ist das Konstruieren von interaktiven Räumen und Umständen, sowie die Erforschung von physischer Verkörperung und Kommunikation. Mit dem Projekt ‚Connected Realities‘ experimentieren sie mit ihren selbstgebauten Brillen auf interaktive und performative Art und Weise.

Jack Wormell

"Crumbs #3 (Cinema Trailer)"

Kurzfilm in der trash night

Sonntag, 07.02., 20 Uhr

Ein parodistisches Kinotrailer-Voiceover wird mit Aufnahmen von einem Strand im Südwesten Irlands gepaart, gefilmt im Sommer 2019. Das Bild und der Ton haben wirklich keinerlei Verbindung zueinander –  das ist der Punkt – und hoffentlich wird der schlecht vorgetragene Wortschwall des Voiceovers durch glänzende Banalität in Amateur-Kameraarbeit, Seetang, Brandung und Sand gedämpft. Dies ist der dritte in einer Serie von 16-mm-Filmen namens Crumbs, in denen ich verschiedene Techniken und Texturen erforsche und experimentiere. Der Hund heißt Monster. Die Kamera hatte einen kaputten Verschluss.

Künstler:in

Ich mache kurze, landschaftsbasierte Filme, in denen Straßenschilder, Bäume, Architektur und Orte wie Parks, Autobahnen und Stadtrandgebiete durch Kameraführung, Schnitt, Text, Voiceover und Soundcollage aufgeladen und reaktiviert werden. Mich interessiert die Grenze zwischen dem Gewöhnlichen und dem Außergewöhnlichen: die Bewegung und die Farbe einer verstopften Stadt, die unheimliche Euphorie der Autobahn, die belanglosen Erinnerungen, die Orte hervorrufen können. Meine Filme überhöhen diese sensorischen Momente in einer euphorischen Rückgewinnung des Alltäglichen, die sich einer „Amateur“-Ästhetik wie Bewegungsunschärfe, Belichtungsänderungen und eingefrorenen Bildern bedient. Die Form jedes Films variiert, von offenkundig humorvoll bis hin zu abstrakteren und hinterfragenden Tönen, aber die Überschneidung zwischen dem Alltäglichen und dem Transzendenten liegt allen Filmen zugrunde. Die Filme wurden beim London Short Film Festival, Barbican, Whitechapel Gallery, BFI, Transient Visions, Exploding Cinema, Flatpack Festival und Aesthetica Film Festival gezeigt. Lebt und arbeitet in London.

Kati und Jens Bruder (dipol-visuelles spannungsfeld)

"Spectatorship"

Installation

„Die Betrachter_innenperspektive fungiert als Voraussetzung für die Konstruktion des „Anderen“ innerhalb unseres kulturellen Systems.“ Der Diskurs der Spectatorship kennzeichnet allgemein den Blick als Wunsch und impliziert eine Spaltung in „begehrende Subjekte“ einerseits und „zu begehrende“ Objekte andererseits. Diese Trennung wird zunehmend überwunden durch die „Überschreitung der sich immer mehr verwischenden Grenzen zwischen exklusiver Objektbeschaffenheit und kohärenter Subjektbeschaffenheit“. Das „Sehen“ und „Gesehen-Werden“ bekommt eine besondere Rolle in den „Begehrensstrukturen“ der „Spectatorship (SYN.Idle)“ zugewiesen, da das Objekt sowohl als Objekt, wie auch als Subjekt oder auch als beides zugleich fungieren kann. Die betrachtenden Personen sind Teil des Ganzen, ohne dies selbst bestimmen zu können. Die laut Platon „göttliche Eigenschaft“ des Menschen, „das Betrachten des Betrachtenden“ wird in „das Betrachten des Betrachtenden, der den Betrachtenden betrachtet“ usw. ad absurdum geführt. Das Betrachten des bzw. der Betrachtenden ist ein Wechselspiel der Blickkonstellationen und Projektionsverhältnisse. Mit dem Blick auf den Bildschirm wird das „Subjekt“ synchron geschaltet, d.h. in ein zu begehrendes „Objekt“ transformiert.

Künstler:innen

Kati Bruder (1978, Graz) studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien (Abschluss, 2015). Sie lernte den Umgang mit der Kamera bei Peter Kodera und arbeitet seit 2003 als freischaffende Fotografin mit dem Schwerpunkt Portrait. In ihren Fotoserien untersucht Kati Bruder die Ambivalenz von Sichtbarkeit. Folgenden Fragen geht sie nach: „Wie bestimmen sozialer Status und Geschlecht die visuelle Wahrnehmung? Was wird von wem zu sehen gegeben? Welche Rolle spielt die symbolische Bedeutung des Blicks und welche Positionen nehmen wir ein, sobald sich eine Kamera auf uns richtet?“ Kati Bruder lebt in Wien und arbeitet international.

Sie erhielt u.a. 2017 das Staatsstipendium für künstlerische Fotografie (A) und 2015 den Förderpreis für Fotografie der Stadt Graz, den Publikumspreis der Wiesbadner Fototage und den Anerkennungspreis des Europäischen Architekturfotowettbewerbs „architekturbild e.v.“. Ausstellungen im In- und Ausland: u.a. MAK – Museum für angewandte Kunst Wien, Museum für Fotografie – Helmut Newton Stiftung Berlin, DAM – Deutsches Architekturmuseum Frankfurt, Clervaux – cité de l’image Luxembourg, Literary Museum of Odesa, StageOne Zürich, Arebit Gallery und Getty Images Gallery London, Alkatraz Galerija Ljubljana …

Jens Bruder (1977) studierte an der FH Darmstadt Media System Design (Abschluss 2003). Er setzt sich seit 1998 mit bewegten Bildern in Kombination mit Ton auseinander, zuerst analog als VJ in Clubs, später für Theaterproduktionen und Kunstinstallationen. Jens Bruder verbindet Kreativität mit technologischem Know How. Als ‚Head of Creative Engineering‘ leitet und entwickelt er für die Firma Nous Wissensmanagement GmbH internationale Medieninstallationen mit innovativen Strategien. Jens Bruder lebt in Wien und arbeitet international. 

Mit dem Innovationsprojekt NOUS Sonic wurde er, gemeinsam mit seinem Team mit dem 2. Platz des österreichischen Staatspreises für Design und Kommunikation ausgezeichnet. Videoperformances und Installationen im In- und Ausland: u.a. Jüdisches Museum Berlin, Jüdisches Museum Wien, MAK Wien, Naturhistorisches Museum Wien, Danmarks Borgcenter Vordinborg, IG Bildende Kunst Wien, OÖ Kunstverein Ursulinenhof Linz, Urban Art Forms Festival in Wiesen, Club Delphin Wien, WUK Wien, ESC Graz, Burgruine Reinsberg NÖ, Louvre Abu Dhabi UAE, …

Robin Lopvet

"Voyage, Voyage, Voyage"

Kurzfilm

Teil des 2. Kurzfilmprogramms am Freitag, 05.02., 21 Uhr

Robin Lopvet kreiert Animationsfilme Bild für Bild in einer experimentellen Animationstechnik, die sich auf die Umnutzung von Werkzeugen der digitalen Retusche konzentriert – eine Technik, die er als einziger anwendet. Diese Technik ist eine Brücke zwischen Standbild und Video, das sich in den so genannten „fotografischen Film“ einordnen lässt. In der hier vorgestellten audiovisuellen Arbeit wurden die verwendeten Meisterwerke der Malerei entmaterialisiert um in die Web Hall of Fame aufgenommen zu werden. Sie haben sowohl ihren Status als Kunstwerk verloren, der sie von der Reproduktion in der Fotografie unterscheidet, als auch ihren physischen Status als Kunstwerk, wodurch sie auf den gleichen Rang wie ein triviales Bild zurückgestuft werden. Losgelöst von Hierarchie oder Ehrerbietung hat Robin Lopvet allerlei Arten von Landschaftsbildern im Internet gesammelt und animiert sie zu Remixen; sie werden ausradiert, überlagert und in einem „Remix“ neu zusammengesetzt, in einem organischen, jubelnden Tanz. Wie das Lied Voyage sind sie zu berauschenden Refrains geworden, deren Bezug uns verloren gegangen ist, wie Worte, die aus ihren Werken herausgelöst und zu einer langen oulipianischen Tirade recycelt werden. Getrieben vom Konsum der Produkte, macht Robin Lopvet paradoxerweise eine Hommage an diese körperlosen Bilder. Keine Geschichte mehr, kein Autor mehr, keine Heiligkeit mehr. Voyage, Voyage, Voyage, Reisen innerhalb einer trivialisierten Kultur, die aufgewertete Version eines Wunsches nach Flucht, ein unendliches Ritornell.

Künstler:in

Robin Lopvet ist ein multimedialer Visueller Künstler, der sich thematisch mit Sprachspielen, Ökonomie der Erholung, Parodie und Verspieltheit beschäftigt. Alles, was er tut, nähert sich einer großen und ernsthaften Parodie – jedoch ohne Zynismus. Er lebt und arbeitet im Internet.

Maya Wallis

"I’m not sure if this feeling of being able to dance will come about again"

Kurzfilm in der Trash-Night

Sonntag, 06.02., 20 Uhr

Bekleidet mit einem roten Overall und Stiefeln, performt und filmt sich die Künstlerin alleine in ihrem Schlafzimmer: Ihre Augen sind geschlossen und die Musik, Hounds of Love – Kate Bush, läuft über Kopfhörer, der Sound vereinnahmt sie, während sie laut singt und zu tanzen beginnt. Die Künstlerin erforscht die körperliche Erfahrung von Erregung und deren Auswirkungen auf den Körper, indem sie sich darauf konzentriert, wie sie sich beim Hören des Liedes fühlt. Der Tanz ist unchoreografiert, chaotisch, ungeprobt – ihre instinktive Reaktion auf den Beat und Kates Stimme. Der kurze One-Take-Film, der ursprünglich als Live-Performance geplant war, wurde während des Covid-19-Lockdowns aufgenommen. Tanzend inmitten einer Pandemie, versucht die Künstlerin in der Ungewissheit Aufregung zu finden, wobei die Solo-Performance ein seltsames Gefühl von gesteigerter Intimität erzeugt.

Künstler:in

Maya Wallis erforscht die körperliche Erfahrung von Aufregung: ihr Wesen, Intimität und Auswirkungen auf den Körper. Sie konzentriert sich auf die Analyse des inneren Adrenalinrausches, der sich in kleinen Handlungen wie dem Hören von Musik, dem Anziehen und Tanzen in ihrem Zimmer zeigt. Sie fragt sich ständig, wie sie einem Publikum erlauben kann, diese privaten Momente in ihrem Körper mitzuerleben.

Heather Warren-Crow

"reCAPTCHA"

Kurzfilm

Teil des 1. Kurzfilmprogramms am Freitag, 05.02., 20 Uhr

Zwischen Experimentalfilm, Videokunst und Performancekunst positioniert, ist reCAPTCHA (2020) die desorientierende Geschichte eines körperlichen Traumas. Der Text des Videos ist eine Nachricht, die die Künstlerin über ein Online-Kontaktformular an eine Polizeibehörde einer kanadischen Stadt geschickt hat. Um das Voiceover zu erstellen, las die Künstlerin diesen Text laut vor, während sie sich selbst mit einer kleinen Verzögerung über Kopfhörer zuhörte. Das Echo lässt das resultierende Voiceover verwirrend klingen und betont, dass die Geschichte einer Verletzung nie adäquat erzählt werden kann.

Künstler:in

Heather Warren-Crow ist eine Performance-Künstlerin mit Sitz in West Texas in den USA. Sie hat ihre Arbeiten in Galerien und Performance-Räumen, auf Monitoren und auf Bühnen in Argentinien, Brasilien, Kolumbien, El Salvador, Indien, Japan, Mexiko, Tansania, Taiwan, Trinidad und Tobago sowie in ganz Europa und den USA ausgestellt.

Karl-Heinz Mauermann

"brain shots / was einem durch den Kopf schießt"

Kurzfilm in der Trash-Night

Sonntag, 07.02., 20 Uhr

Ein böser alter Mann grantelt und schwadroniert über Nachbarn, Land und Leute. Er weiß: Früher war alles besser. Eine englische und eine deutsche Fassung des Videos ergänzen sich und bilden gemeinsam einen Film, der zeigt, dass Dummheit und Einsamkeit international sind. Die verwendeten Bilder entstammen Familienalben und werden ergänzt durch found footage aus Archiven.

Künstler:in

Karl-Heinz Mauermann arbeitet konzeptionell. Er entwirft Ordnungssysteme für eine chaotische Welt und bedient sich dabei der Bildenden Kunst und ihrer Grenzbereiche zur Literatur und zur Musik. Die von ihm benutzten Medien reichen dabei von der Zeichnung über Collage, Computergrafik, Rauminstallation bis zum Video. Mitte der 1980er Jahre schloß er das Studium der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft, der Philosophie und der Kunst ab. Seither waren seine Arbeiten in einer Reihe von Ausstellungen in Deutschland, aber auch international zu sehen. 1987 erhielt er den Sonderpreis des Max-Ernst-Stipendiums für das Videotape „Aren’t we drawing such lines whenever we move?“

Anna-Maria Nabirye und Annie Saunders

"Up In Arms"

Samstag, 06.02., 18:30-19:45 Uhr

Für die live-Performance beim hungry eyes festival 2021 haben Anna-Maria Nabirye und Annie Saunders dieses Video produziert.

Performance

Up in Arms ist ein transmediales Performance-Projekt, das die Grenzen zwischen Prozess und Produkt aufhebt, indem es Performance, visuelle Kunst und soziale Praxis nutzt. Die Teilnehmer*innen sind eingeladen, das ikonische Porträt der Aktivistinnen und Freundinnen Dorothy Pitman-Hughes und Gloria Steinem von 1971 nachzustellen und neu zu erschaffen. Dies schafft Raum für einen sinnstiftenden Dialog über Rassismus, Feminismus und Freundschaft. Für hungry eyes werden die Künstlerinnen die Dokumentation des Projekts, einschließlich des intimen Porträts und der Dialogerfahrung für jeweils zwei Personen, hernehmen, Ton- und Bildmaterial separat bearbeiten und zum ersten Mal für das Online-Publikum miteinander synchronisieren. Außerdem werden sie eine Talk-Back-Diskussion abhalten, in der sie die Verbindungen und Unterbrechungen in der Arbeit und ihrer eigene Beziehung dazu erkunden.

Portrait-Galerie

Die Künstlerinnen erinnern sich an Momente aus ihren Erfahrungen mit jedem Teilnehmer*innenpaar und reflektieren diese Momente in Bezug auf die Entwicklung des Projekts.

Künstler:innen

Anna-Maria Nabirye
arbeitet als Schauspielerin u.a. für die BBC, DNA Films & The National Theatre. Kollaborative Filmarbeiten umfassen Hold Your Ground (Film & Video Umbrella) & The Scar (London Film Festival)

Mitbegründerin von AfroRetro, einer Mode- und Partizipationsfirma, die sich auf Mode als Stimulus für Identität und kulturelle Erforschung konzentriert; im Auftrag von Yinka Shonibare’s Guest Projects, The Black Cultural Archives, Southbank Centre & The V&A. Anna-Maria ist derzeit Gast bei der Whitstable Biennale. 

Annie Saunders
Ihre Kompanie Wilderness hat ihre immersive Performance The Day Shall Declare It in Los Angeles und London präsentiert. Sie praesentierte u.a. Arbeiten bei REDCAT und der Getty Villa und hat Auftragsarbeiten für Asics und Mastercard geschaffen. Annie hat Originalarbeiten mit Neil Bettles, dem Lyric Hammersmith, dem Bush Theatre, dem Latitude Festival, der Queen Mary University, dem Boston Court Theatre, Son of Semele und Theatricum Botanicum entwickelt und aufgeführt.  Sie arbeitet mit Lars Jans Early Morning Opera an Holoscenes und anderen Werken.